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Ob du nun Berufseinsteiger oder alter Hase bist, um ein eigenes Demoband kommst du kaum herum, wenn du einen Agenten suchst oder in Film oder Fernsehen dauerhaft etwas werden (oder bleiben) willst. Aber wie soll es denn nun aussehen? Was soll ich zeigen, was lieber nicht? Die vielfältigen Antworten von Castern, Agenten, Regisseuren und Redakteuren auf diese Fragen lassen sich auf einen kurzen Nenner bringen: Zeig dich und dein Talent! Zeig deine Ecken und Kanten, in dem, was dich ausmacht, was dich von anderen unterscheidet. Zeige, wie du aussiehst, wie du dich bewegst, wie du spielst, wie du in unterschiedlichen Situationen reagierst. Und: Halte dein Demoband kurz, einfach und prägnant, sei dabei ehrlich und stringent, aktuell und professionell!
Hilfe, sagst du jetzt, wie soll ich das denn umsetzen? Aus unserem Erfahrungsschatz haben wir von risingstar das Wichtigste in Sachen Demoband hier für dich zusammengestellt:
Goldene Regeln für ein erfolgreiches Demoband
1. Erkenne dich selbst: Wer bist du und wo willst du hin?
2. Sei professionell: Frage!
3. Zeig dich! DICH!!! Und bleib Dir treu
4. Sei aktuell
5. Komm zur Sache
6. Erzähl keine Romane
7. Verwende Musik sparsam
8. Mach kein Fotoalbum draus
9. Verlauf dich nicht im Menüdschungel
10. Spiel kein Theater
11. Achte auf die technische Qualität deines Materials
12. Reden ist Silberl
13. Bleib am Ball!
1. Erkenne dich selbst: Wer bist du und wo willst du hin?
Schauspieler ist ein Beruf, in dem man oft sehr abhängig von der Einschätzung anderer ist. Wenn du also darauf Einfluß nehmen möchtest, in welche Richtung deine Karriere gehen soll, werde dir über deine Stärken, Schwächen und Ziele klar! Diese Erkenntnisse sollten auf jeden Fall in die Gestaltung deines Demobands einfließen. ![]()
2.
Sei professionell: Frage!
Gerade als Anfänger steht man oft wie der Ochs vorm Berg: Wie soll ich das schaffen? Sei Dir nicht zu schade, erfahrene Leute zu fragen. Suche dir Leute, die sich in der Branche auskennen. Vernetze dich! Bitte erfolgreiche Schauspieler, Caster, Agenten, Regisseure um Rat. Suche dir für den Demobandschnitt einen Cutter, der deine Begeisterung für die Schauspielerei teilt und der einen guten Blick für dich hat. Und wenn du erst noch Szenen produzieren lassen willst: Such dir dafür erfahrene Regisseure und gute Kameraleute! Auch wenn es ein paar Euro mehr kosten sollte: Es lohnt sich! ![]()
3. Zeig dich! DICH!!! Und bleib Dir treu
Und wenn du noch so wenig Material von Dir hast, sei kritisch in der Auswahl: Im Tatort als Komparse neben Götz George, aber leider nur als Wasserleiche? Du bist stolz auf das ZDF-Logo neben deinem Hinterkopf? Vergeigte Hauptrolle in einem total missglückten Studentenfilm? Raus damit! Wenn sich dann herausstellt, dass zu wenig übrigbleibt: Werde dein eigener Produzent - produziere deine eigenen Szenen! (Dazu mehr
hier)
Du hast schon viel Material? Dann sei umso kritischer bei der Auswahl. Achte darauf, dass sich - bei aller Unterschiedlichkeit deiner Rollen - ein klares Bild von Dir herauskristallisiert. Schließlich willst du niemanden verwirren, sondern dich profilieren! Für selbstgedrehte Szenen gilt: Drehe, was du kannst und was dir entspricht . Wir wollten früher alle auch mal Zorro, James Bond oder Catwoman sein, aber - nun ja. ![]()
4.
Sei aktuell
Du warst vor vielen Jahren mal Kinder-, Soap- oder Superstar? Erzähl deinen Enkeln davon. Veraltetes Material gehört nicht auf dein Demoband. Es soll dem Zuschauer den aktuellen Stand, wie du spielst und wie du aussiehst, vermitteln. Und vielleicht noch, in welche Richtung du dich entwickelst. Hinzu kommt, dass nicht der Eindruck entstehen soll, dass du schon lange nicht mehr vor der Kamera gestanden hast. ![]()
5.
Komm zur Sache
Du sparst Dir gern das Beste bis zum Schluß auf? Du magst lange Trailer mit aufwendigen Titelanimationen, Musik und viel Zeitlupe? Vergiß es. Besetzung ist oftmals eine schnelle Angelegenheit, vielfach werden Demobänder nicht bis zum Ende angeschaut. Vor allem, wenn in der Vorauswahl ein bestimmter Typ gesucht wird. Ein guter Caster weiß schon nach 10 Sekunden, ob du ihn als Typ interessierst, und nach spätestens zwei Minuten, wie gut du bist. Es ist wie beim Flirt in der Disco. Also, schneide die besten, aussagekräftigsten Szenen an den Anfang! Länger als 5-6 Minuten sollte dein Demoband ohnehin nicht sein. ![]()
6. Erzähl keine Romane
Mit deinem Demoband willst du dich als Schauspieler vorstellen. Dazu muß man nicht die Handlung der Filme verstehen, aus denen die Szenen stammen. Es reicht, wenn die Szenen bzw. Situationen auf deinem Demoband einer inneren, emotionalen Logik folgen, so dass dein Spiel nachvollziehbar ist und neugierig macht. ![]()
7. Verwende Musik sparsam!
Viel Musik auf Demobändern, vor allem in Verbindung mit langen Trailern, kann ganz schön nerven. Schließlich bewirbst du dich, und nicht Mozart oder Herbert Grönemeyer. Andererseits bietet Musik, wenn sie geschickt und sparsam eingesetzt wird, die Chance, deinen Eindruck subtil zu unterstützen! Dabei nicht vergessen - verwende nur Musik, an denen Du entsprechende Rechte besitzt.
Ein Tipp für alle, die auf Musik nicht verzichten wollen: Das Portal www.schauspielervideos.de hat eine allgemeine LIzenzvereinbarung mit der GEMA abgeschlossen, mit der die Verwendung von Musik aus dem GEMA-Repertoire abgegolten ist, sofern das Video von schauspielervideos.de gehostet wird.
8.
Mach kein Fotoalbum draus!
Für endlose Fototrailer gilt im Prinzip das unter 7. gesagte. Deine Fotos kennt der Caster schon aus deinen Unterlagen und vom DVD-Cover, jetzt will er dich spielen sehen! Wenn du nicht darauf verzichten möchtest: Füge die Fotos den Extras deiner DVD hinzu. Dann kann der Caster selbst entscheiden, ob er sie sehen möchte. ![]()
9. Verlauf dich nicht im Menü-Dschungel
Wenn du eine DVD ausleihst, willst du den Hauptfilm sehen, und dich nicht durch 5 Untermenüs quälen. Dem Caster und Regisseur geht es genau so. Am besten geht also dein Demoband nach dem Einlegen gleich los, geschickt gesetzte Kapitelmarken erleichtern das Springen zur nächsten Szene. Die Vorteile der DVD-Menüstruktur kannst du danach ausspielen: Als Extra kannst du deine Vita beifügen, Fotos präsentieren und deine besonderen Fähigkeiten vorstellen, die vielleicht im Gesang, Sprechen, Tanz, Moderation, besonderen Kampfkünsten usw. bestehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Szenen, die auf dem Demoband nur gekürzt zu sehen sind, in voller Länge zu zeigen.
VHS-Bänder sind immer noch in Gebrauch, aber schon seit einigen Jahren ein Auslaufmodell. ![]()
10.
Spiel kein Theater (auf deinem Demoband)
Es kommt zwar gelegentlich vor, dass ein Schauspieler mit Ausschnitten aus Theaterstücken einen Agenten findet und auch mal einen Drehtag bekommt. Die Regel ist es aber nicht. Für die Masse der heutzutage produzierten Filme werden nun mal Schauspieler gesucht, die lebensnah und entspannt mit anderen interagieren können. Diese Situation ist in Theatermonologen und auf der Bühne zumeist nicht gegeben. Wenn du dich unbedingt auch als Theaterschauspieler vorstellen möchtest:
Nutze die Möglichkeiten der DVD! ![]()
11. Achte auf die technische Qualität deines Materials
Nicht dein Demoband soll aufgrund seiner schlechten technischen Qualität die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern dein Demoband soll auf dich aufmerksam machen! Versuche also, von den Filmen, in denen du mitgespielt hast, Material in der bestmöglichen Qualität zu bekommen. Dies kann z.B. ein Mitschnitt der Sendefassung auf DV oder Beta sein. Mit ein bisschen Hartnäckigkeit und einem guten Draht zum Cutter kommt man (zumindest bei Low-Budget-Produktionen) auch an gute Kopien des Originalmaterials ran, mit dem Vorteil, dass man die infragekommenden Szenen optimal für sich schneiden kann. Mit entsprechenden TV-Tuner-Karten lassen sich Filme auch am Computer aufnehmen. Oder man nutzt die Dienste eines Internet-Videorekorder-Dienstes wie
Save.tv. Auch hier entstehen MPEG-Dateien in guter Qualität, die sich direkt an den meisten Schnittplätzen verarbeiten lassen. Wie bei der Musik (s.o.) gilt: Verwende nur Material, an dem Du entsprechende Rechte besitzt.
Für selbstproduziertes Material, ob als "Homevideo" oder von entsprechenden Dienstleistern (wie
uns) gemacht, gilt das eben gesagte genauso: Schließlich soll die leuchtende Rauhfasertapete im Hintergrund nicht dein Talent überstrahlen! ![]()
Zu Fragen der
Szenenentwicklung und Inszenierung
12. Reden ist Silber
Ein kurzes Interview zeigt zwar bei weitem nicht alles von Dir, bietet aber die preiswerte und schnelle Möglichkeit, sich zu präsentieren, wenn geeignetes Material (noch) fehlt. Laß Dir dabei helfen! Such Dir jemanden, der weiß, wie man aus einer Kamera gute Bilder und guten Ton herausholt und jemanden, der dich gut kennt und weiß, wie er dich beim Interview aus der Reserve locken kann. Das kann z.B. ein guter Freund sein oder ein Caster. Und denk dran, du bewirbst dich nicht für eine Talkshow oder einen Sprechwettbewerb: Red nicht zu viel. Caster und Regisseure lieben es, wenn man sie Geschichten und Geheimnisse in Gesichern entdecken läßt. Gib ihnen die Chance dazu. ![]()
13. Bleib am Ball!
Eine erfolgreiche Schauspielkarriere ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit. Gib nicht auf, wenn es nicht gleich klappt. Enttäuschungen sind in diesem Beruf die Regel - mein Demoband kommt nicht so gut an, jemand anders hat die Rolle gekriegt, ich finde einfach keinen Agenten - und führen oft zu Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten. Kritik an Deinem Demoband bedeutet aber nicht gleich, daß du ein schlechter, uninteressanter Schauspieler bist. Wenn du genau zuhörst, wirst du oft feststellen, daß es die Art deiner Selbstpräsentation ist, die wenig Eindruck von deinem Potenzial hinterlassen hat. Versuche, die Hinweise, die du bekommst, zusammen mit unseren Tipps, in die Gestaltung deines nächsten Demobands und deine Weiterentwicklung als Schauspieler einzubeziehen. Wenn du das Thema vertiefen möchtest: In unserem monatlich stattfindenden
Casting-Intensiv-Workshop werden viele Fragen der Selbstpräsentation in Theorie und Praxis behandelt.
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Wenn du weitere Fragen zu deinem Demoband oder anderen verwandten Themen hast, oder Anregungen zu dieser Seite loswerden willst, sprich mit uns! Wir sind
per Mail,
telefonisch und auch
persönlich für dich da!
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